Folge 11 - Der Feuerwehrmann, der vor dem Feuer kommt

Shownotes

Shownotes – das hörst du in dieser Folge • Kurzer Rückblick auf Folge 10 – von der geführten Qualität zur Frage, warum es überhaupt brennt • Warum keine Projektkrise wirklich „plötzlich“ entsteht – und wo der Rauch vorher aufsteigt • Mein eigener Wendepunkt: siebzehn Chefs, körperliche Warnsignale und die Nacht, in der ich aufhörte zu schweigen • Warum Organisationen Komplexität lieber verwalten als reduzieren • Befähigung statt Abhängigkeit – und was KI dabei kann und was niemals

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00:00:00: Schön, dass du den ganzen Weg mitgegangen bist.

00:00:03: Das hier ist die dritte und letzte Folge dieser kleinen Reihe – und gleichzeitig die persönlichste.

00:00:12: Lass uns kurz zurückblicken!

00:00:14: In der letzten Folge ging es um Qualität, um die Glühbirne, die als Würfel geliefert wird.

00:00:20: Davor um Entscheidungen, die niemand trifft.

00:00:23: Nimmst Du beides zusammen stellt sich eine Frage von allein Warum lassen wir es überhaupt so weit kommen, dass am Schluss jemand die Feuerwehr rufen muss?

00:00:33: Genau darum geht es heute.

00:00:36: Und ich fange wieder mit einem Bild an.

00:00:40: Du kennst den Geruch von Rauch nicht von Feuer, von Rauchen.

00:00:45: Dieser Moment in dem du noch nichts siehst aber etwas in dir sagt irgendwo stimmt was nicht?

00:00:53: Die meisten Menschen riechen diesen Rauch und sagen sich wird schon Nicht sein.

00:00:58: Und genau dieser Satz wird schon nicht sein, ist der teuerste Satz in der ganzen Projektwelt.

00:01:06: Man nennt mich manchmal den Feuerwehrmann für IT Projekte – ich mag das Bild aber mit einer Korrektur.

00:01:12: Ich bin nicht der, der kommt wenn es lichterloh brennt.

00:01:16: Ich ben der, wer versucht vorher da zu sein.

00:01:20: Der den Rauch ernst nimmt, wenn die anderen noch sagen Es sei alles ruhig und dass ein unbequemer Job als es klingt.

00:01:29: Wenn ein Projekt brennt ruft jeder nach Hilfe, da ist jeder froh über jede Hand Aber vorher wenn nur ein bisschen Rauch in der Luft hängt?

00:01:39: Da will das keiner hören.

00:01:42: Lass mich mit dem größten Missverständnis über Projektkrisen aufräumen.

00:01:46: Sie entstehen nicht plötzlich niemals.

00:01:49: Es gibt keine Krise die wirklich aus dem Nichts kommt.

00:01:53: Was plötzlich kommt ist der Moment in dem sie sichtbar wird.

00:01:58: Aber die Krise selbst ist da schon Wochen oder Monate alt.

00:02:02: Der Rauch war die ganze Zeit da, eine Entscheidung die sich seltsam lange zieht ein Team das auffällig still wird Status Berichte die plötzlich wager werden Ein Dienstleister der mehr über dein System weiß als du selbst Das sind keine Kleinigkeiten.

00:02:23: Das ist Rauch.

00:02:26: und jetzt erzähle ich dir warum mir dieses Thema so nahe geht, denn diese Haltung ist nicht am Schreibtisch entstanden sondern über viele Jahre gewachsen.

00:02:35: Ich bin seit über twenty-fünf Jahren unterwegs davon achtzehn Jahre in der Beratung viel davon bei großen Versicherern und in komplexen IT Umfeldern.

00:02:47: In dieser Zeit habe ich siebzehnt Chefs erlebt – siebzen Und fast jeder neue Chef kam ohne die Historie fing man wieder von vorne an.

00:02:59: Erklärte dieselben Zusammenhänge, baute dasselbe Verständnis ein zweites und drittes Mal auf weil das Wissen über das was vorher war schlicht nicht mehr da war.

00:03:13: Über die Jahre hat sich daraus ein Muster in mir festgesetzt.

00:03:18: ich war in Projekten oft die verlängerte Werkbank des Kunden obwohl dieser Kunde es eigentlich längst wieder selbst hätte machen wollen Und auch gekonnt hätte.

00:03:29: Ich habe gesehen, wie Wissen verloren ging weil es niemand im Haus hielt und ich wollte mich selbst weiterentwickeln nicht endlos dasselbe tun.

00:03:40: All das zusammen führte zu einer Überzeugung die ehrlich gesagt schon Jahre früher hätte reifen können als erst nach achtzehn Jahren Beratungs- und Führungserfahrungen.

00:03:51: Irgendwann muss der Kunde es wieder allein können.

00:03:54: Das ist der Kern.

00:03:57: Den ersten Anstoß dazu habe ich ganz am Anfang meiner Laufbahn bekommen.

00:04:03: Ein I?

00:04:04: T Bereichsleiter sagte mir damals einen Satz der mich bis heute begleitet, Versuch nicht einen Elefanten durch eine handelsübliche Tür zu drücken.

00:04:16: das wird dir nicht gelingen.

00:04:17: Du musst ihn so zerlegen dass der andere ihn versteht und allein wieder zusammensetzen kann Denn irgendwann bist du weg Und auf der anderen Seite steht jemand, der dein Konstrukt aus lauter Einzelteilen allein weiterführen muss.

00:04:33: Das heißt dokumentieren und befähigen von Anfang an.

00:04:38: Diese Überzeugung hat mich also früh begleitet.

00:04:41: Ich habe nur lange nicht ausgesprochen was ich eigentlich schon wusste.

00:04:46: Irgendwann habe ich angefangen bewusst anders zu arbeiten.

00:04:52: Eines dieser Dinge ist... Probleme schön zu reden.

00:04:58: Wenn ich heute Rauch sehe, sage ich Rauch auch wenn es im Raum unbequem wird.

00:05:05: Das ist kein Charakterzug.

00:05:07: das ist eine Entscheidung die ich jeden Tag neu treffe Denn der höflichste Berater ist selten der nützlichste Der Nützlichte ist der der ausspricht was alle ahnen und keiner sagt.

00:05:22: Aber warum sehen so viele Kluge Erfahrene Organisationen den Rauch und tun nichts, hier kommt die eigentliche Erkenntnis dieser Folge.

00:05:31: Organisationen verwalten Komplexität lieber als sie zu reduzieren.

00:05:36: Das klingt paradox ist aber zutiefst menschlich.

00:05:41: Verwalten fühlt sich nach Kontrolle an.

00:05:44: Ein weiteres Gremium ein weiteres Reporting Und es entsteht der Eindruck man hätte die Lage im Griff.

00:05:51: Reduzieren dagegen fühlt sich riskant an.

00:05:55: Denn reduzieren heißt etwas wegnehmen, entscheiden, Verantwortung sichtbar machen und das ist unbequem.

00:06:05: Also wird verwaltet.

00:06:08: Es wird immer mehr drauf gepackt Immer mehr Struktur über die eigentliche Struktur gelegt bis keiner mehr durchblickt.

00:06:17: Und genau dieser Berg aus Verwaltung ist der trockene Wald in dem der kleinste Funke zum Flächenbrand wird.

00:06:24: Wir bauen uns die Brandlast selbst und nenne Sorgfalt.

00:06:30: Echte Prävention setzt deshalb viel früher an als klassische Projektsteuerung.

00:06:37: Die klassische Steuerung fragt sind wir im Plan, im Budget in der Zeit wichtige Fragen?

00:06:44: aber sie messen das Feuer erst wenn es schon brennt.

00:06:47: Prävention fragt anders.

00:06:49: Sie fragt Sind unsere Entscheidungen klar?

00:06:53: trägt jemand sichtbar Verantwortung, verstehen Fachbereich und die Tee dasselbe?

00:06:58: reden wir über Risiken oder verschieben wir sie nur höflich.

00:07:02: Das sind leise Fragen.

00:07:04: Sie stehen in keinem Statusbericht aber sie entscheiden ob aus Rauch ein Feuer wird.

00:07:10: das ist meine eigentliche Arbeit nicht löschen sondern dafür sorgen dass der Wald gar nicht erst trocken wird.

00:07:18: Und jetzt kommt der Teil Der viele Berater nervös macht, wenn ich darüber spreche.

00:07:24: Gute Beratung darf nicht abhängig machen.

00:07:27: Für mich ist das keine Floskel.

00:07:29: Das ist der Kern meiner Haltung.

00:07:31: Ich verdiene mein Geld nicht damit unverzichtbar zu sein.

00:07:51: Ursachen zu trennen statt Symptome zu reparieren.

00:07:56: Ich sorge dafür, dass dein Team wieder selbst entscheiden und steuern kann.

00:08:02: Und dann ziehe ich mich zurück bewusst ohne Dauerbegleitung Ohne diesen stillen Vertrag das man sich auf ewig braucht.

00:08:11: Denn das ist der bittere Witz an viel zu vielen Mandaten.

00:08:14: Sie sind so gebaut da sie nie enden.

00:08:17: Je länger der Berater bleibt desto besser für den Berater.

00:08:21: Ich finde das falsch.

00:08:22: Wenn ich gehe und das Wissen geht mit mir aus dem Haus, dann habe ich versagt!

00:08:28: Wenn ich gehe und das wissen bleibt, dann hab'e ich meinen Job

00:08:32: gemacht.".

00:08:34: Und weil mich fast jeder darauf anspricht?

00:08:37: Ja.

00:08:38: Künstliche Intelligenz spielt eine Rolle.

00:08:41: Ich setze sie gezielt ein zur Entscheidungsunterstützung, zur Qualitätssicherung zu Entlastung im Alltag.

00:08:48: Sie hilft Muster früher zu sehen und Routine wegzunehmen damit Menschen den Kopf frei haben für das worauf es ankommt.

00:08:57: Aber sie ist ein Werkzeug, kein Ersatz für Führung.

00:09:01: eine unbequeme Entscheidung treffen und tragen einem Team in die Augen.

00:09:06: sehen und sagen dass etwas nicht stimmt Das bleibt menschlich.

00:09:12: Künstliche Intelligenz ist nie eine Entschuldigung dafür den Rauch nicht auszusprechen.

00:09:20: Und damit sind wir am Gedanken der weit über IT-Projekte hinausgeht.

00:09:26: Denn der Rauch von dem ich heute spreche hängt nicht nur in Konferenzräumen, er hängt in Organisationen und Teams und manchmal in unserem eigenen Leben.

00:09:38: Ich habe ihn lange an mir selbst ignoriert.

00:09:41: Die wichtigste Frage ist deshalb fast nie sehe ich den Rauch?

00:09:47: Den sehen die meisten!

00:09:48: Die wichtigsten Frage ist warum spreche ich ihm nicht aus?

00:09:53: Und die Antwort darauf ist meistens schon der Anfang der Lösung.

00:09:58: Also zum Abschluss dieser Folge und dieser kleinen Reihe ein Satz den du mitnehmen darfst Die teuersten Krisen sind nicht die, die plötzlich kommen Es sind die die man hätte kommen sehen und nicht sehen wollte.

00:10:15: Geh nach dieser Folge einmal durch dein Projekt, durch dein Team vielleicht auch durch deinen eigenen Alltag.

00:10:23: Wo riecht es gerade nach Rauch?

00:10:25: Und dann habt den Mut, es auszusprechen.

00:10:30: Damit schließt sich der Kreis dieser drei Folgen klare Entscheidungen geführte Qualität gelebte Präventionen.

00:10:38: Drei Seiten derselben Sache nämlich dass sie T-Projekte nicht an Technik scheitern sondern an fehlender Klarheit.

00:10:47: wenn dich das weitergebracht hat hör auch in die ersten beiden Folgen rein falls du sie verpasst hast Und wenn du das Gefühl hast, bei dir hängt gerade Rauch in der Luft.

00:10:57: Du weißt wo du mich findest.

00:10:59: Danke dass du dabei warst.

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